In einer Übersichtsarbeit von Juli 2024 erfahren wir den Stand des Wisses über die Mikrobiota-Darm-Hirn-Achse (MDHA), ein ausgeklügeltes Kommunikationsnetzwerk zwischen Gehirn und Darm, an dem immunologische, endokrinologische und neurale Mediatoren beteiligt sind. Diese bidirektionale Interaktion wird durch den Vagusnerv, sympathische und parasympathische Fasern erleichtert und durch die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA) reguliert. Es gibt Belege dafür, dass Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmmikrobiota oder Dysbiose neurologische Störungen wie Angstzustände, Depressionen, Autismus, Parkinson und Alzheimer erheblich beeinflussen. Dysbiose kann das zentrale Nervensystem (ZNS) über Neuroinflammation und Mikroglia-Aktivierung beeinflussen.
Synbiotika (Kombination von Pro- und Präbioika) haben sich bei der Behandlung von neurologischen Erkrankungen als vielversprechend erwiesen, indem sie die kognitiven Funktionen verbessern und Entzündungen reduzieren. Die Rolle der Darmmikrobiota bei der Produktion von Neurotransmittern und neuroaktiven Verbindungen, wie kurzkettigen Fettsäuren ist für die Homöostase des ZNS von entscheidender Bedeutung. Therapeutische Interventionen, die auf die MDHA abzielen, einschließlich Ernährungsmodulation und synbiotische Nahrungsergänzung, bieten potenzielle Vorteile für die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen.
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